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• Diese Seite handelt von der »Sphäre der Synarchie« ...
    Was ist das?

• Im Netz stoße ich auf bestimmte Verweise und Assoziationen ...
    Was soll ich in diesem Zusammenhang davon halten?

• Die Sphäre simuliert ein auf einer Fantasywelt angesiedeltes Kulturkonzept ...
    Gibt es hierzu irdische Quellen und Insprationen?

• Gibt es noch weitere Informationen?
    Kann ich vielleicht auch mitmachen?





Diese Seite handelt von der »Sphäre der Synarchie« ...
Was ist das?

Innerhalb des Fantasy-Vereins »FoLLoW« sind wir eine Arbeitsgruppe, auch »Clan« genannt, die sich der Darstellung eines speziellen, phantastischen Kulturgebildes widmet, welches auf der Fantasywelt »Magira« angesiedelt ist, die »Sphäre der Synarchie«.

Die »Sphäre der Synarchie« wurde 1985 von mir erdacht und begründet und wurde schnell innerhalb von »FoLLoW« zu einer Institution von respektabler Popularität und angedichteter Exklusivität. Mitglieder kamen und schwanden, und in den meisten Fällen war der Wunsch nach Teilnahme an einer exotischen Simulationsgruppe größer als das Verständnis um ihre Quellen und die Fähigkeit, ihre Symbolwelt zu erfassen und kreativ zu nutzen.

Dennoch besteht die Gruppe bis heute und steht für ein phanstastisches Kultursimulationskonzept jenseits bodenständiger und greifbarerer Varianten.



Im Netz stosse ich auf bestimmte Verweise und Assoziationen ...
Was soll ich in diesem Zusammenhang davon halten?

Bei Suchanfragen nach »Synarchie« erhält man schnell Antworten, jedoch meist solche, die für diese Seite nicht zutreffen: »Synarchie« verweist auf »Weltverschwörungen«, »Herrschaftsformen«, »Geheimbünde« und obskure Politvereine, was für unsere Darstellung nicht hilfreich ist.

Ein Seitenbetreiber, der es besser weiß, suggerierte bis vor Kurzem solche Deutungsmöglichkeiten sogar für die »Sphäre der Synarchie« - wir vertrauen auf den gesunden Menschenverstand der Webwanderer, auch künftig fehlende Kompetenz und Informationsdefizit auf ähnlichen Webpräsentationen zu erkennen und sich neu zu orientieren.



Die Sphäre simuliert ein auf einer Fantasywelt angesiedeltes Kulturkonzept ...
Gibt es hierzu irdische Quellen und Insprationen?

Mir begegnete der Ausdruck »Synarchie« etwa 1982 bei der Lektüre einer Übersetzung des legendären »Totenbuches« der alten Ägypter von Gregoire Kolpaktchy:

Das Bild der Sonnenbarke, die »wichtigste und die häufigste von allen Visionen, denen wir im Totenbuch begegnen« steht für die »Einheit oder ›Synarchie‹ der beiden Lichtkörper: Sonne und Mond […] das gleiche Symbol - die Sonne von der Mondsichel eingefasst - schmückte die Köpfe [der] Gottheiten«. Kolpaktchy erwägt, dass jenes Symbol den Hauptkern der ägyptischen Theologie ausmache.

»Vom geistigen Standpunkte aus gesehen ist der Mond der Sonne keineswegs unterlegen; die beiden Prinzipien halten einander das Gleichgewicht, wie zwei absolut gleichwertige Kräftezentren«, einst vereint, doch schließlich getrennt voneinander und in Opposition zueinander stehend: »das war der Anfang der kosmischen Involution oder […] das erste Stadium des ›Falles‹« - und hier geht es »nicht nur um den Menschen (im kosmischen oder irdischen Sinne), sondern um den Kosmos als solchen.«

Die Mond-Natur (feucht, kalt, unklar, ungewiss, unbeständig, keimend, imaginativ, sich anpassend, verwandelnd) »regiert die Kräfte des Werdens und diejenige der Differenzierung. Alles dies entspricht dem ›weiblichen‹ Prinzip«. Die Sonne (trocken, warm, von objektivem, unpersönlichen Verstand, integrierend, fixierend) »ist ein Prinzip der kosmischen Ordnung […] das Sein, als Gegensatz zum Werden […] das ›männliche‹ Prinzip«. Die Wechselwirkung der beiden Prinzipien sind als das »Yin und Yang der chinesischen Esoterik« oder als »Sulfur und Merkur der Alchemie« bekannt.

Klingt das vielleicht ein wenig zu exotisch?

»Die Verfasser des Totenbuches gaben ihren ›Lesern‹ diese Vision der Sonnenbarke, das Symbol des Heils als Meditationsthema. Wenn die ›Sonne‹ und der ›Mond‹, sagten sie, anstatt sich einander entgegenzusetzen und auf diese Weise den Involutionszustand zu verschärfen, zu einer ›Synarchie‹ gelangen, dann werden das Geschlecht und der Tod, jene unseligen Folgen des ›Falles‹ besiegt sein.«

In der kosmischen Gott-Rolle des Osiris vereinigten sich uranfänglich Sonne und Mond, man könnte ihn als den Ur-Synarchen bezeichnen. »Nachdem die Synarchie gebrochen worden war, wurden die ›Glieder‹ des göttlichen ›Körpers‹ in alle Ecken und Enden Ägyptens verstreut (Ägypten will hier sagen das Weltall). […] Die Wiedererweckung des Märtyrergottes ist nichts anderes als die Wiederherstellung der ursprünglichen Synarchie.« Und das mutet in unserem christlich-abendländischen Kulturraum doch schon sehr vertraut an.

Vor dem kulturellen Hintergrund unserer Prägung durch christliche Symbolsprache und modernen wissenschaftlichen Denkstrukturen vergessen, verdrängen oder leugnen wir, dass diese »Synarchie« für eine esoterische Strömung steht, die in alter Zeit von Ägypten bis nach Iran wirkte, »dort sich mit anderen gnostischen Elementen und lokalen Doktrinen verquickte, den Manichäismus, ein mächtiges und tiefes religiösen System, welches tausend Jahre dauerte. Gegen Osten hin bis nach China und gegen Westen bis nach Nord-Afrika und Spanien ausstrahlend, erreichten verschiedene gnostische Strömungen die Pyrenäen-Gegend (Mont Salvatge) und die Bretagne. Dort verquickten sie sich mit den christlich-esoterischen Lehren und mit den druidischen Überlieferungen und endigten in der heiligen Grals-Vision. […] Der Symbolismus des heiligen Grals enthält trotz seiner Kompliziertheit in seinem zentralen Elemente - dem Gral […] - das Symbol des Mondes; die Hostie stellt über dem Kelch das Sonnenprinzip dar. […] Die ›Erlösung des alten Adams‹ - dies ist der wirkliche Sinn der Sonnenbarke.«

Was immer von diesen Dingen zu halten sei, ist jedem selbst überlassen. Für mich als einen Menschen, der seine Kreativität im Bereich des Phantastischen auszuleben weiß, bedeuten dies einen nicht enden wollenden Quell an Inspiration. Und als ich daran ging, für mein Wirken innerhalb der »Fellowship of the Lords of the Lands of Wonder« (in den Ursprüngen ein Zusammenschluss von Freunden der Fantasy-Literatur) ein fiktives Kultursystem für eigene Erzählungen, welche ich die »Sphäre der Synarchie« nannte, zu erarbeiten, waren mir die Begriffswelt der Gnosis, die ich während meiner Beschäftigung mit der vergleichenden Religionswissenschaft und der Theologie intensiver kennen lernte, und natürlich auch die Ausführungen von Dr. Gregoire Kolpaktchy das wertvollste Handwerkzeug.

Und das ist meine - und die einzige sinnvolle - Herleitung für die von mir geschaffene »Sphäre der Synarchie«.



Das war schon mal eine Menge an Erklärungen ...
Gibt es noch weitere Informationen? Kann ich vielleicht auch mitmachen?

Die »Sphäre der Synarchie« ist ein kleiner Clan in »FoLLoW« und soll überschaubar bleiben. Mehr Mitglieder als eine Handvoll - im Höchst- und Idealfall symbolische »7« - halte ich aufgrund der Clangeschichte nicht für sinnvoll.

Die Beschäftigung mit der Materie setzt zudem ein Interesse an Geschichte (speziell Religionsgeschichte) und alten Kulturen voraus sowie eine gewisse Vorliebe und Verständnis für die klassische Fantasy-Literatur (repräsentiert von Lord Dunsany, Clark Ashton Smith oder H. P. Lovecraft). Ein augenzwinkernder und kompetenter Umgang mit Esoterik und Aspekten religiöser Verirrung (wie in den Texten eines Gustav Meyrink und Jorge Luis Borges) und Überschreiten konventioneller Grenzen des Genres (hier seien das literarische Werk von Cordwainer Smith und die Bilderwelten von Sidney Sime und Moebius erwähnt und nahegelegt) wird ausdrücklich empfohlen.



Jörg H. Schukys, im Juli 2010

Textzitate aus »Das Ägyptische Totenbuch« von Gregoire Kolpaktchy

Grafik von Jörg H. Schukys


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