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Die Magira-Kultur: eine Einführung

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»Über die Sphäre«

von Jörg H. Schukys



Im Äon des Hexagons, der von Krieg erfüllten Endzeit der Welt Magira, sind die archaischen Vorstellungen über den verloren gegangenen Urzustand allen Seins weitgehend in Vergessenheit geraten oder werden nur noch in bestimmten Zirkeln Eingeweihter bewahrt. In diesen Kreisen nennt man diesen Urzustand oft den Urgrund oder auch Sphäre, die Sphäre der Synarchie.

Synarchie umschreibt die Einheit der gegensätzlichen Prinzipien, gleich, ob wir sie nun Licht oder Finsternis, positiv oder negativ, zeugend und empfangend, männlich oder weiblich nennen oder anders bezeichnen. Das Gefüge des Kosmos und der Welt beruht auf dieser Bipolarität, und somit umfasst die Sphäre alle Formen, das heißt alle Spielarten der Evolution. Sie trägt in sich das Schöpfungsprinzip, daraus sich Licht und Finsternis abspalteten und weiter aufsplitterten.

Die Seele des Urgrundes, jenes legionhaft-kosmische Einswesen, wird von den Wissenden vielfach als Das Vieltausendfältige oder Die Kosmische Maske oder Der ewige Träumer bezeichnet. Einfältigere Gemüter nennen es Gott. Mit dem Beginn der Schöpfung entfaltet es sich in Myriaden von Seelenkeimen über alle Zeiten und Ebenen, um sich in unendlicher Vielfalt in göttlichen, halbgöttlichen und sterblichen Wesen zu verkörpern.

Es mag hilfreich sein, sich die Sphäre als eine Art kosmisches Gespinst vorzustellen, das alles durchdringt seit dem Anbeginn der Ewigkeit. Die sphärischen Bahnen des Gespinstes verknüpfen Jahre und Äonen, Welten und ganze Kosmen, nur durch einen Schleier von der greifbaren Welt getrennt. Entlang der sphärischen Bahnen aber bewegen sich, die Gesamtheit des Urgrundes zeitlos durchmessend, Seelenkeime, Facetten der Urgottheit.

Diese Facetten werden nach dem Zustand des Urgrundes, der Synarchie, Synarchen genannt. Sie kann man sich als Androgyne vorstellen, als eine Art geistiger Zwitter. In ihrem Idealzustand sind sie Aufhebung aller Gegensätze, nicht Licht, nicht Dunkel, weder Mann noch Frau und doch alles in einem. In vielen Schriften werden sie durch das Zeichen von Sonne und Mond dargestellt und als in jeder Hinsicht vollkommene Wesen, als Erzsynarchen oder Archonten, beschrieben.

Mit dem Grad der räumlichen und zeitlichen Entfernung, besser Entfremdung, vom Urgrund jedoch sind die Synarchen zunehmend karmischen Gesetzen unterworfen, so dass jeweils die dunkle oder helle Hälfte ihres Wesens den Vorrang gegenüber der anderen erhalten kann, um sodann wieder der anderen zu unterliegen. Ihrer einstigen Größe beraubt, bewegen sie sich mit dem Fluss ihres Karma von Inkarnation zu Inkarnation, verkörpern sich als Götter, als Dämonen, erleuchtete Heilige bis hin zu Wesenheiten niedrigster Gesinnung und Intelligenz, stets aber als bemerkenswerte wie merkwürdige Existenzen, die nicht selten in außergewöhnlicher Weise Rudimente ihrer verloren gegangenen Fähigkeiten offenbaren.

Erscheinen sie unter den Sterblichen, streift diese ein Hauch des Wunderbaren, der eine eigenartige Wirkung auf Menschen ausübt, die zu Erleuchtung, Verzückung, Euphorie, Rausch, Verblendung, Hysterie, Panik, Wahnsinn, ja bis hin zum Tod führen kann.

Die Erkenntnis der Sphäre verändert die Menschen, verändert ihr Wesen, ihren Charakter. Oft werden sie sich erst jetzt bewusst, ihr bisheriges Leben in Amnesie verbracht, vergessen zu haben, dass sie schon immer Synarchen waren, gestrandet in Gestalt von Sterblichen.

Keine noch so feste, in ihrem bisherigen Leben gefügte Bindung vermag dann zu verhindern, dass diese Erwachten aus ihrem Dasein ausbrechen, um wieder eins mit der Sphäre, dem Urgrund, zu werden. Manche gehen in die Einsamkeit, führen das Leben von Asketen, um ihre Seele vom Diesseits zu läutern, andere begeben sich als Pilger auf eine lebenslange Suche, wieder andere wählen bewusst den Tod, um wieder in den Kreislauf der Wiedergeburten einzutreten.

Im späten Zeitalter des Hexagons, dem 12. Jahrhundert nach Gründung der ersten Stadt Kréos (auch »Ära nach dem Himmelslicht« genannt), entstehen aufgrund des massiven wie verheerenden Auftretens von Synarchen religiös-philosophische Strömungen, die vom Anbrechen einer neuen Epoche künden. Wenn man den in den verschiedensten Kulturkreisen auftretenden apokalyptischen Prophezeiungen Glauben schenkt, soll durch das Erscheinen des Vieltausendfältigen Sphärenwanderers, des »Suchers der Seelen«, eine neue Ära konstruktiven Strebens nach Vervollkommnung eingeleitet werden, ein globaler wie kosmischer Reifeprozess allen Lebens. Oftmals werden messianische Heilige, echte oder falsche Propheten, vielfach sphärisch inspiriert und nicht selten selbst Synarchen, als Wegbereiter des Neuen Äons angesehen oder es wird versucht, durch Hinwendung zu archaischen Kulten das nächste Zeitalter einzuleiten. In den meisten Fällen ist das Schicksal dieser Bewegungen die Verfolgung durch uneingeweihte, fanatische Eiferer, welche in ihnen eine »Quelle verderblichen Wahnsinns« sehen und ihre Schriften als »Bücher, geschrieben von Irren für Irre« verbrennen.




Text, Audiotext und Grafik © by Jörg H. Schukys

Vortrag: Stefan Holzhauer (nach JHS).



Hinweis zur Urfassung:

In einer früheren Netz-Version von www.synarchie.de befand sich ein Teil der (langen) Urfassung dieses Textes, der hier nachzulesen ist.




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