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»Streiflichter«

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»Schicksal«

von Jörg H. Schukys



1. Gleich flammenden Sternen stürzten wir aus dem verborgenen Urgrund ...

Gleich flammenden Sternen stürzten wir aus dem verborgenen Urgrund, versanken vieltausendfältig in den Schichten der Materie. Wir, die wir eins waren im Urgrund, waren sieben in der geheiligten Sphäre, in den Himmeln aber, wo die Götter wohnen, waren wir neunundvierzig, denn dies ist die Zahl der Unsterblichen in allen Ebenen des Siebten Äons. Weiter stürzten wir, verbreiteten uns über die Universen, weilten in den Paradiesen der Seligen in den halbgöttlichen Verkörperungen der Kosmischen Heroen, beseelten die Charaktere der Universellen Heiligen, erwachten in den Körpern der Mystiker des Weltalls. Dann versanken wir endgültig in der Ebene des sterblichen Fleisches, als Geschöpfe durchgeistigter Zivilisation bis hin zu troglodytischen Kreaturen mit kaum ausgeprägtem Bewusstsein durchlitten wir in jeder Welt des Kosmos Myriaden Leben, als höheres Tier, als Vieh oder Vogel, als Fisch oder Insekt eine Zahl von Verkörperungen, die zu erfassen keines Menschen Geist ausreicht. Nichts aber war dies gegen die Unendlichkeiten der niedrigsten Zellen, der Präphasen des Lebens, der Moleküle, ihrer Bausteine bis hin zu jener unvorstellbaren Ebene, wo jenseits der Illusion der Körperlichkeit nur noch der Klang der Schöpfung durch subatomare Unendlichkeiten hallt. Unsere eine Seele zersplitterte immer weiter, bis ihr Sturz aufgehalten wurde – und der unendlich qualvolle Aufstieg begann aus Bereichen, in denen wir nicht mehr waren als nichtige Ladungen im Äther, weiter hinauf durch Stadien kaum entwickelten Lebens, über die Veredelung des Fleisches bis hin zur Vervollkommnung des Geistes, als Arhat, als Gott, als Synarch. Mit unserer Heimkehr in den Urgrund – nach unzählbaren Leben auf jeder einzelnen Welt des Kosmos – wird unsere Wanderung im Kreis der Kosmischen Zeitalter beendet sein.



2. Unser Schicksal ist Aufstieg und Fall ...

Unser Schicksal ist ein steter Wechsel von Aufstieg und Fall, Triumph und Niederlage, Leben und Sterben. Und wir, die Archonten, begegnen einander in immer neuen Verkörperungen in unseren zahllosen Leben. Nicht selten streiten wir als Todfeinde auf verschiedenen Seiten und sterben den Tod von Göttern und Heroen, und manchmal ist unser Sterben die Ursache unvorhersehbarer Kataklysmen.



3. Wir haben Reiche gegründet und Throne gestürzt ...

Wir haben Reiche gegründet und Throne gestürzt. Wir sind verreckt auf namenlosen Schlachtfeldern für den Ruhm der Kurzlebigen. Wir haben die Wahrheit denen verkündet, die nichts verstanden haben. Wir haben Reichtum errungen, an dem sich unsere Nachkommen träge mästen. Die Töchter der Menschen, die unseren Weg in so vielen Leben gekreuzt haben, waren Mütter von Geschlechtern Mächtiger auf Erden. Dahingegangen sind die Generationen, ihr Fleisch bedeckt das Angesicht der Welt, fruchtbar noch im Tode die Kinder und deren Kindeskinder nährend, unzählbare Wiedergeburten unser selbst, durch die wir uns immer weiter vom göttlichen Ursprung entfernt haben.




4. Wohin ist unser Wissen über all unsere Wiedergeburten?

Wohin ist unser Wissen über all unsere Wiedergeburten? Nach all den Ewigkeiten, den Reisen durch Zeit, Raum und merkwürdige Dimensionen können wir nicht mehr sagen, an welchem Punkt unserer Reise wir stehen. Fortschritt, Rückschläge, Siege, Niederlagen, Erkenntnis, Vergessen, Tod und Geburt: Irgendwann haben wir aufgegeben, nach dem Sinn des Ganzen zu suchen. Wir haben uns in dieser Welt verfangen wie in einem Netz, gestrandet, bis wir uns wieder auf die Reise begeben können.



5. Wir suchen – einander ... unsere Heimat ...

Wir suchen – einander ... unsere Heimat ... Wir werden in diesem Leben scheitern, denn die Zeit für unsere Heimkehr ist noch nicht reif. Und wenn wir scheitern, wird es nur um so schwerer sein, das unbarmherzige Rad, das uns durch Zeitalter und Inkarnationen vorantreibt, zum Stillstand zu bringen. Wenn wir innehalten, wird alles von vorn beginnen, das ganze leidvolle Spiel um unsere Existenz. Wir werden uns immer wieder begegnen, bis in alle Ewigkeit. Wenn wir nicht den Kreis durchbrechen, dann werden wir unsere Heimat nicht wiedersehen, werden nicht unsere sterblichen Masken ablegen können! Doch siegen wir über uns selbst, welche Wunder werden wir schauen! Die andere Seite, die Welten und Räume dahinter und dann ... die Sphäre der erlösten Seelen, wo die Engel und himmlischen Avatare unter dem Licht des Vergessenen Sternbildes wandeln und über die Ränke der niederen Götter lachen ...



Texte © by Jörg H. Schukys

Grafiken: Gustave Doré



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